Das Buch hat gemischte Gefühle in mir hinterlassen. Der Einstieg fiel mir leicht, und einige Elemente haben mir sehr gut gefallen: Trishas musikalische Magie, ihre enge Verbindung zu ihrem Pferd Dapple und die lebhaften Wortgefechte mit Blainor. Die Welt wirkt düster und archaisch, mit einer deutlich nordisch inspirierten Atmosphäre, die sich auch in den Namen widerspiegelt. Blainor ist ein vielschichtiger Charakter – ein Kämpfer und Anführer, der zugleich zu tiefen Gefühlen fähig ist.
Schwieriger fand ich hingegen den Zugang zu Trisha selbst. Ihre Gedanken kreisen stark um das Trauma ihrer Kindheit, und der Schmerz sowie die Frage nach dem Warum werden sehr häufig wieder aufgegriffen, was für mich stellenweise etwas repetitiv wirkte. Auch ihre ausgeprägte Abwehrhaltung gegenüber Blainor konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen, da sein Verhalten ihr gegenüber über weite Strecken eher vorsichtig und respektvoll ist. Die spätere Zuspitzung ihrer Beziehung hängt aus meiner Sicht auch damit zusammen, dass sie ihm lange Zeit nicht die Wahrheit über sich anvertraut.
Die Geschichte ist in einer dichten, emotionalen und oft poetischen Sprache erzählt, die vieles eher andeutet als klar ausformuliert. Das verleiht dem Buch eine geheimnisvolle, atmosphärische Qualität, blieb mir aber gelegentlich zu vage. Das Ende ist aufwühlend und mündet in einen deutlichen Cliffhanger. Ob ich die Fortsetzung lesen werde, weiß ich im Moment noch nicht.
S. E. Tykka: Blade and Lyre
Erschienen am 5.5.2026 bei Victory Editing. Bildrechte: Victory Editing
Kurz & knapp: Spannende, nordisch angehauchte Fantasy mit poetischem Stil und starken Einzelmomenten, die mich jedoch nicht durchgehend emotional überzeugen konnte.
Verortung: Dark Fantasy | Feenwelt | Romantasy | Nordische Atmosphäre
Reihe: Everfrost Duology 1
Stimmung: archaisch * düster * rätselhaft * intensiv * atmosphärisch
Bücherfreuden: 😊😊😊 ½










