Jennifer Mandula siedelt ihren fesselnden Roman in einer viktorianischen Gesellschaft an, in der Magie ein wertvolles Handelsgut ist und streng von wohlhabenden Eliten und religiösen Autoritäten kontrolliert wird. Während Mary eigentlich nur Teil der wissenschaftlichen Forschung sein möchte, gerät sie zunehmend in gesellschaftspolitische und weltanschauliche Konflikte – und muss schnell lernen, dass sie es sich nicht leisten kann, allein der Wahrheit verpflichtet zu sein.
Nicht nur die geomagische Gesellschaft hütet dunkle Geheimnisse. Auch Menschen aus Marys Umfeld versuchen, ihre außergewöhnliche Gabe für eigene Zwecke zu nutzen.
Der Autorin gelingt es hervorragend, ihre Leserinnen und Leser in eine Welt zu entführen, die gleichermaßen von wissenschaftlicher Neugier, Magie, religiösem Einfluss sowie sozialer und geschlechtlicher Ungleichheit geprägt ist. Mary ist eine überzeugende Hauptfigur: glaubwürdig in ihren Zielen, berührend in ihren Zweifeln und beeindruckend in ihrer Entwicklung. Ich habe mit ihr mitgefiebert, gehofft und gelitten.
Besonders fasziniert hat mich, wie unvorhersehbar sich die Handlung entwickelt. Die vielen Themen – Wissenschaft, Macht, Religion, alltägliche Diskriminierung von Frauen, gesellschaftliche Erwartungen – lassen lange offen, welchen Weg Mary, Henry und ihre Freunde einschlagen werden und wohin sich die gesamte Gesellschaft bewegt.
Der Schluss ist traurig, aber konsequent und wirkt lange nach. Umso gespannter bin ich auf den bereits angekündigten zweiten Band.
Auch das Nachwort hat mich begeistert: Dass es mit Mary Anning tatsächlich eine historische Persönlichkeit gibt, war für mich eine völlig neue und äußerst spannende Entdeckung.
Ein außergewöhnlicher Roman über Wissenschaft, Magie und gesellschaftliche Machtstrukturen – klug, emotional, eindrücklich und überraschend bis zur letzten Seite.
Jennifer Mandula: The Geomagician
Erschienen am 31.3.2026 bei Del Rey. Bildrechte: Del Rey










