Der Roman beginnt ganz wunderbar leichtfüßig und amüsant. Catherines lebhafter Erzählton, die lustigen Dialoge, die liebenswerten Figuren und die geistreichen Beobachtungen sind bezaubernd, während das Rätsel um die Todesfälle für milde Spannung sorgt. Nach und nach wird zwar eine unterschwellige Bedrohlichkeit spürbar, dennoch war ich nicht darauf vorbereitet, wie radikal die Geschichte ihre eigene Ausgangssituation verändert.
Die spätere Entwicklung verleiht der Handlung zwar zusätzliche emotionale Wucht, nimmt ihr für mich jedoch auch einen Teil jener Dynamiken, die zuvor ihren besonderen Charme ausgemacht haben. Dadurch entsteht ein spürbarer Bruch in der Atmosphäre: Die anfängliche Unbeschwertheit weicht deutlich schmerzhafteren Emotionen. Die zarte Liebesgeschichte fängt einen Teil davon auf, ohne die Entwicklung abzuschwächen. Der Schluss erschien mir stimmig und rund.
Ich habe das Buch beinahe in einem Zug gelesen, weil es mich so gefesselt hat, und kann den Schreibstil, die Figurenzeichnung und die atmosphärische Gestaltung des Schauplatzes nicht genug loben. Der humorvolle Titel und der harmlose Klappentext täuschen jedoch darüber hinweg, dass die Geschichte eine dramatische und schmerzhafte Wendung nimmt. Rückblickend erscheint mir diese Entwicklung zwar wirkungsvoll, doch ich bin nicht sicher, ob sie für die Geschichte wirklich notwendig gewesen wäre. Erholt habe ich mich davon jedenfalls noch nicht.
Julianne Sharpe: A Lady’s Guide to Monsters and Moonlight
Erschienen am 31.3.2026 bei Silver Thistle Press. Bildrechte: Silver Thistle Press
Kurz & knapp: Was als leichtfüßiges Rätsel mit Witz und Charme beginnt, entwickelt sich zu einer bewegenden Geschichte über Verlust, Liebe und die Schatten hinter dem Unbekannten.
Verortung: Fantasy | Regency | Gothic | Monster | Mystery | Liebesgeschichte | Verlust und Trauer
Stimmung: unbeschwert * geheimnisvoll * humorvoll * traurig
Bücherfreuden: 😊😊😊😊










