Der Roman wird aus mehreren Perspektiven erzählt, in angenehm kurzen Kapiteln, detailreich und poetisch, durchzogen von Dunkelheit und Schmerz. Die Welt ist sorgfältig gestaltet und atmosphärisch dicht beschrieben. Gleichzeitig führte die Fülle an Einzelheiten bei mir gelegentlich dazu, dass der Lesefluss ins Stocken geriet und ich mich neu orientieren musste. Viel geschieht, doch die emotionale Intensität und der ausführliche Weltenbau verleihen der Geschichte ein gemessenes Tempo.
Die Sprache ist reich und bildhaft. Mitunter wirkte jedoch das Geplänkel zwischen Bianca und Felix in seiner Wortwahl etwas moderner als der sonst episch-ernste Ton des Romans, was für mich nicht ganz stimmig war.
Da es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, bleiben zentrale Handlungsstränge offen. Weder die sich entwickelnde Beziehung zwischen Bianca und Felix noch die Suche nach ihren Eltern finden hier einen abschließenden Höhepunkt – was bei mir zunächst für Überraschung und Enttäuschung sorgte.
Insgesamt ein sehr gefühlvoller, düsterer Debütroman mit sorgfältig ausgearbeiteten Figuren und einer intensiven Atmosphäre, der besonders Leserinnen und Leser anspricht, die tief in emotionale Fantasywelten eintauchen möchten.
M. A. Brown: The Songs That Beckon. The Travelers Book 1
Erschienen am 30.5.2026 bei Victory Editing NetGalley Co-op. Bildrechte: Victory Editing NetGalley Co-op










