Gemeinsam mit dem Naturwissenschaftler Keishin, der zufällig in diesem Moment im Pfandhaus landet, macht sich Hana auf die Suche nach ihrem Vater. Die beiden tauchen ein in eine wundersame Parallelwelt, in der man durch Pfützen reisen, Zeit falten, sich in Liedern fortbewegen und mit Origamivögeln fliegen kann. Während sie einander näherkommen, schwebt stets die Frage über ihnen, ob sie ihrem Schicksal entfliehen können.
Die Geschichte ist poetisch, phantastisch und reich an bezaubernden Ideen. Die Beziehungen zwischen Figuren und Ereignissen sind komplex angelegt und werden in einem sorgfältig geschwungenen Bogen zusammengeführt. Der asiatische Hintergrund verleiht dem Roman zudem eine besondere, fremdartige Atmosphäre.
Trotz dieser vielversprechenden Ansätze bin ich mit dem Buch leider nicht richtig warmgeworden. Mir fehlte der innere Zugang zu Hana und Kei, und auch ihre zunehmend skurrilen Abenteuer konnten mich emotional nicht packen. Das Erzähltempo empfand ich als unausgewogen: Einerseits geschieht sehr viel, andererseits bremsen lange erklärende Dialoge den Fluss der Geschichte spürbar aus. Der Schluss hat mich zwar wieder etwas versöhnt, insgesamt blieben für mich jedoch viele Bilder befremdlich und nicht alles wollte sich mir erschließen.
Ein Roman voller origineller Ideen und poetischer Bilder, der mich gedanklich fasziniert, emotional aber eher auf Distanz gehalten hat.
Samantha Sotto Yambao: Water Moon
Erschienen am 20.8.2025 bei Limes. Bildrechte: Limes










