Laura Imai Messina: Die Telefonzelle am Ende der Welt

buecherfreuden • 17. März 2021

Ein besonderer Ort

Im Tsunami von 2011 hat die Radiomoderatorin Yui Mutter und Tochter verloren. Seither lebt sie in tiefer Trauer. Eines Tages hört sie von einer einsamen, windumtosten Telefonzelle in einem Garten am Meer, sieben Autostunden von Tokio entfernt. Unzählige Menschen reisen dorthin, um mit ihren verstorbenen oder verlorenen Angehörigen zu sprechen und ihnen alles zu sagen, was sie auf dem Herzen haben.

Als Yui nach Bella Gardia reist, um diesen wundersamen Ort kennenzulernen, begegnet sie dort Takashi, der ebenfalls aus Tokio stammt und in der nicht angeschlossenen Telefonzelle mit seiner verstorbenen Frau reden möchte. Von nun an fahren Yui und Takashi regelmäßig zusammen ans Ende der Welt und kommen sich dabei langsam näher.


Auf behutsame, reduzierte Weise beschreibt der Roman den langen Weg, den Yui und Takashi gehen, bis sie sich erlauben, wieder zu lieben. In die Geschichte eingebunden sind eine Vielzahl menschlicher Schicksale und Erfahrungen und kleine Listen, die ein Streiflicht auf einzelne Situationen werfen. 


Es ist ein stilles, zurückhaltendes Buch über einen besonderen Ort und über den steten Lauf der Zeit, der Veränderung und Heilung bringt. Berührend, tröstlich, wunderschön zu lesen.


Laura Imai Messina: Die Telefonzelle am Ende der Welt


Erschienen am 15.3.2021 bei btb. Bildrechte: btb.

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