Während Alinore davon träumt, Kriegerin zu werden und wie ihr Vater einen Drachen zu besiegen, muss Cressyda sich in ihre Rolle als Spielzeug der Königin fügen. Da sie keine leibliche Tochter ist, hängt ihr Platz am Hof von deren Gunst ab – und besonders der Thronfolger Samsel lässt keine Gelegenheit aus, ihr seine Missachtung zu zeigen. Doch wer ist Cressyda wirklich, und welche Bedeutung hat das Opfer der Mädchen für ihr eigenes Schicksal?
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Alinore und Cressyda erzählt und erstreckt sich über einen Zeitraum von sechs Jahren. Dadurch entsteht viel Raum, um in die Gefühlswelt der beiden jungen Frauen einzutauchen und ihr Umfeld kennenzulernen. Erst im letzten Drittel tritt mit Maylie eine weitere zentrale Figur auf, die die Vorgeschichte zu Cressydas Leben am Hof beleuchtet. Obwohl sich diese dritte Perspektive letztlich sinnvoll einfügt und für die Geschichte wichtig ist, hat sie mich zunächst etwas aus dem Lesefluss gebracht.
Insgesamt hat mich der Roman jedoch sehr begeistert. Die Figuren sind vielschichtig ausgearbeitet und die Handlung entwickelt sich spannend und folgerichtig. Besonders Alinore ist ein beeindruckend starker Charakter, der unbeirrt seinen eigenen Weg geht. Aber auch Cressydas Situation ist eindrucksvoll dargestellt: Obwohl sie lange in gesellschaftlichen Erwartungen gefangen ist, findet sie nach und nach Wege, sich daraus zu lösen.
Ein packender Fantasyroman über drei Frauen, deren Schicksale eng miteinander verwoben sind – und darüber, wie Mut und Selbstbestimmung starre Regeln ins Wanken bringen können. Sehr lesenswert.
Georgia Leighton: Maiden
Erschienen am 4.6.2026 bei Penguin. Bildrechte: Penguin










