Das Buch ist der erste von drei Bänden, was bedeutet, dass sich auf 624 Seiten zwar vieles anbahnt – ein bevorstehender Krieg, Fins wachsende magische Kräfte, seine Auseinandersetzung mit seinem Vater, die Geburt eines königlichen Kindes sowie die Beziehung zwischen Fin und Annika –, aber kaum etwas zu einem Abschluss kommt. Entsprechend gemächlich ist das Erzähltempo.
Die Handlung lebt von den vielfältigen Figuren und ihren Interaktionen, allerdings bleibt vieles klischeehaft, und der Humor bewegt sich häufig auf Slapstick-Niveau. Positiv hervorzuheben sind die ausführlichen Beschreibungen der Kochvorgänge – diese wirken durchweg appetitanregend. Zu Beginn mochte ich auch Fins souveräne Art, doch sobald seine Gefühle für Annika stärker werden, entwickelt er sich für meinen Geschmack zu einer Art heldenhaftem Armleuchter.
Zunehmend Schwierigkeiten hatte ich auch mit dem Erzählstil. Zwar folgt man überwiegend Fins Perspektive, doch mitten in Dialogen wechselt der Blickwinkel oft mehrfach oder springt für ganze Kapitel zu anderen Figuren. Einige Male wird sogar die Perspektive des Katers Kraken eingenommen – das wirkte auf mich eher befremdlich.
Da ich Cosy Fantasy sehr gern lese, hatte ich höhere Erwartungen an dieses Buch. Leider passiert über weite Strecken wenig, während Belanglosigkeiten sehr ausführlich geschildert werden, was bei mir zunehmend Langeweile erzeugte. Auch den zahlreichen Trinkgelagen und den daraus resultierenden Albernheiten konnte ich wenig abgewinnen. Die meisten Figuren blieben für mich schablonenhaft, und der Humor traf meinen Geschmack nicht. Schade – auch wenn das Buch viele Leser*innen begeistert, kann ich mich den Lobeshymnen nicht anschließen. Für mich war es nichts.
Delemhach Emilie Nikota: The House Witch 1. Der Koch des Königs
Erschienen am 14.3.2026 bei Klett-Cotta. Bildrechte: Klett-Cotta










