Beharrlich arbeitet Sophia an der Kontrolle ihrer magischen Kräfte, schmiedet vorsichtig Allianzen und findet in Alden Locke einen Verbündeten, der vielleicht mehr für sie sein könnte – wenn sie wüsste, ob sie ihm wirklich vertrauen kann.
Mit Sophia steht eine Hauptfigur im Zentrum der Geschichte, die mich von Beginn an überzeugt hat. Sie trägt emotionale Verletzungen, traumatische Erfahrungen und tief sitzende Ängste mit sich, bleibt dabei aber selbstbewusst, willensstark und handlungsfähig. In Killmarth wird sie mit tödlichen Gefahren, dunklen Geheimnissen und allgegenwärtigem Misstrauen konfrontiert. Dennoch verliert sie weder ihre Eigenständigkeit noch ihre Menschlichkeit: Trotz des harten Konkurrenzkampfs erweist sie sich als hilfsbereit, loyal und sozial.
Gerade diese Ausgewogenheit habe ich als besonders stimmig empfunden. Sophia ist weder ein hilfloser Underdog noch eine plötzlich allmächtige Heldin. Ihre Entwicklung wirkt nachvollziehbar und verdient, ihr Wachstum logisch und fundiert. Besonders gefallen hat mir, dass Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung in der Geschichte letzten Endes eine ebenso große Rolle spielen wie individuelle Stärke.
Als Leserin hat mich der Roman vollkommen mitgerissen. Das Tempo ist hoch, eine gefährliche Situation folgt auf die nächste, ohne je beliebig zu wirken. Zu beobachten, wie Sophia über sich hinauswächst – und vor allem warum sie es tut –, fand ich ausgesprochen gelungen. Auch die Beziehung zu Alden entwickelt sich ruhig und glaubwürdig, ohne überstürzt oder künstlich zu wirken. Dass es nicht so viele ausführliche erotische Beschreibungen gibt, habe ich als sehr angenehm empfunden.
Alles in allem hat mich The Ordeals sowohl sprachlich als auch inhaltlich begeistert. Die Geschichte wirkt durchdacht, geschlossen und stimmig, die Hauptfigur außergewöhnlich überzeugend. Der fulminante Schluss macht große Lust auf die Fortsetzung.
Rachel Greenlaw: The Ordeals. Killmarth Academy 1
Erschienen am 17.1.2026 bei Klett-Cotta. Bildrechte: Klett-Cotta










