Jan Weiler: Der Markisenmann

buecherfreuden • 8. April 2022

Strafversetzt

Die 15-jährige Kim fühlt sich wie eine Unsichtbare in ihrer Familie. Der Stiefvater ist laut und großtuerisch, die Mutter distanziert, der Stiefbruder das Lieblingskind, um das sich alles dreht. Als Kim der Kragen platzt und sie etwas Unverzeihliches tut, wird sie für die Sommerferien zu ihrem leiblichen Vater abgeschoben, dem sie bis dahin nie begegnet ist.

Roland Papen lebt in einer Lagerhalle in Duisburg und bemüht sich geduldig, unermüdlich und ziemlich erfolglos, im Ruhrgebiet Markisen zu verkaufen. Die Zeit mit ihrem liebenswerten Vater, seinen älteren Freunden und dem russisch-tunesisch-stämmigen Alik verändert Kims Blickwinkel und hilft ihr, erwachsen zu werden.


Ein wundervolles Buch über Schuld und Sühne, Familiengeheimnisse und die Tricks des Markisenverkaufs, warmherzig, witzig, stimmungsvoll und berührend aus Kims Perspektive erzählt. Die Figuren, besonders die tragische Gestalt des Markisenmanns, sind mir schnell ans Herz gewachsen. Tolle Unterhaltung mit Tiefgang!


Jan Weiler: Der Markisenmann


Erschienen am 31.3.2022 bei Heyne. Bildrechte: Heyne.


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